Geschichte unserer Schule – die Evangelische Schule in Bad Godesberg

Ein Auszug aus der Festschrift zum Jubiläum “50 Jahre Schulhaus und 151 Jahre Paul-Klee-Schule”, 26. September 2015, geschrieben von Eva Zwach:

Godesberg ist 1850 noch ein Dorf mit 6000 Einwohnern. Es gehört noch nicht zu Bonn und die B9 dorthin ist noch unbebaut. Hier sind Felder, Gemüse wird angebaut und die Kühe grasen auf der Weide. Godesberg hat einen guten Ruf wegen seines angenehmen Klimas und seiner Heilquelle. Reiche Familien aus Köln, Wuppertal und Krefeld bauen hier große Villen für den Sommer. Fast alle Einwohner in Bad Godesberg sind katholisch. Glaube und Kirche sind für die Menschen sehr wichtig. Viele der neu zugezogenen Familien sind evangelisch.

Freiherr von Riga lässt daher von seinem Geld eine eigene evangelische Kirche bauen: die Rigal’sche Kapelle an der Rigal’schen Wiese. Sie ist 1858 die erste evangelische Kirche in ganz Bad Godesberg. Die Gemeindemitglieder bezahlen ihren eigenen Pfarrer: Johann Friedrich Schubring. Auch die Schulen sind bis dahin alle katholisch. Es gibt katholische Schulen in Godesberg, Friesdorf, Mehlem, Lannesdorf, Plittersdorf und Rüngsdorf. Die wenigen evangelischen Kinder besuchen die katholischen Schulen. Nachdem man jedoch nun eine eigene evangelische Kirche gebaut hat, will die evangelische Kirche auch eine eigene evangelische Schule.

Die Gemeindemitglieder bezahlen die Schule mit Spenden selber. Die Kinder, die sie besuchen, müssen ein kleines Schulgeld von einem Thaler und zehn Silbergroschen bezahlen. Davon wird der Lehrer bezahlt. 1864 zieht die neugegründete Schule in das neue Pfarrhaus in der Koblenzer Straße ein. Die Schule mit nur einer Klasse wird von 19 Schülern besucht. Die Kinder sind zwischen 6 und 14 Jahren alt. Mit der Konfirmation in der 8. Klasse verlassen die Kinder nach einer mündlichen Abschlussprüfung im April die Schule. Anwesend sind dabei der Lehrer, der Pfarrer und der Bürgermeister.

1897 besuchen schon 46 Kinder die Schule, so dass eine zweite Klasse eröffnet wird. Bis 1919 sind es schließlich 6 Klassen. Wegen der vielen Mitglieder kann die evangelische Kirche nun 1880 die Erlöserkirche bauen und 1883 zieht die Schule aus dem Pfarrhaus in das neue Gebäude in der Bachstraße um. 1892 baut die Gemeinde auf dem gleichen Gelände sogar noch ein zweites Schulgebäude, weil das erste zu klein geworden ist. Der Hauptlehrer wohnt in der Lehrerwohnung auf dem Schulgelände. Aber auch da ist nicht alles perfekt. Die Klassenzimmer sind dunkel und überfüllt. Das Gebäude liegt direkt an den Bahnschienen, wo die lauten Dampfzüge fahren. Die Plumpsklos sind hinter dem Schulgebäude und haben keine Wasserspülung.

Im 1. Weltkrieg (1914-1918) sammeln die Schulkinder Wollsachen, Zigaretten und Schokolade für die Soldaten im Krieg. Weil im Krieg die Dinge knapp werden, sammeln die Kinder der evangelischen Schule, wie andere Schulkinder auch, Bucheckern und Holz. Im 2. Weltkrieg (1939-1945) wird es gefährlicher für die Kinder. Auch in Bad Godesberg werden Bomben abgeworfen. Immer wenn die Sirene tönt, müssen die Kinder zum Schutz in den Keller rennen.

Viele Kinder werden aufs Land in Sicherheit gebracht. Teilweise schließt die Schule ganz. Die Lehrer müssen im Sommer bei der Ernte helfen, da alle erwachsenen Männer im Krieg sind. Die Schule fällt zum Ende des Krieges sogar aus. Einige neue Familien kommen, um in der neuen Bundeshauptstadt zu arbeiten.

Als die Volksschule im selben Jahr in die Rheinallee umzieht (heute das Gebäude der OGS), hat sie allerdings noch immer nur 8 Klassenräume. Die Kinder werden in zwei Schichten vormittags und nachmittags unterrichtet. Also muss eine andere Lösung her. Neue große Grundschulen werden gebaut (z.B. Gotenschule, Beethovenschule, Donatusschule, Michaelsschule). Die Schülerzahlen an der Schule in der Rheinallee sinken.

Das alte Schulgebäude direkt an der Rheinallee ist in einem sehr schlechten Zustand und müsste ei­gentlich abgerissen werden. Es ist kalt, weil nur mit Kohle geheizt wird. Es gibt kaum Toiletten und von den Wänden bröckelt der Putz.

1964 wird nach zähem Ringen endlich der Neubau der Schule genehmigt, für den die Lehrer zusammen mit Eltern und Schüler über viele Jahre gekämpft haben. Es soll auf dem rückwärtigen Gelände der alten Schule ganz neu gebaut werden. Der westliche Seitenflügel der heutigen OGS wird abgerissen, um Platz für die neue Schule zu schaffen.

Planung ab 1964
Schlüsselübergabe 1966
Neues Schulhaus 1966

Ab 1968 wird aus der ehemaligen Volksschule eine Grundschule. Nur noch vier Jahrgänge, statt bisher acht, besuchen die Schule. Daher sinkt die Schülerzahl weiter, so dass 1988 nur noch 145 Kinder die Schule besuchen. 1970 zieht sich die Kirche aus der Trägerschaft zurück. Aus der Schule wird eine sogenannte Gemeinschaftsgrundschule in städtischer Trägerschaft. Es dauert noch einige Jahre, bis die heutige Zahl von ca. 200 Schulkindern erreicht ist.

Die Schule ist überall im Stadtbild präsent. So auf dem Bad Godesberger Nikolausmarkt, auf dem die Schüler regelmäßig auf der Bühne stehen, um zu singen oder Flöte zu spielen. Zu ihren Feierlichkeiten, wie Schuljubiläen, Theateraufführungen und Projekttagen öffnet die Schule auch für Besucher regelmäßig ihre Pforten. Der Bonner General Anzeiger findet oft Anlass zu berichten: sei es über die Bundesjugendspiele, die Schwimmwettkämpfe im Kurfürstenbad oder die Weihnachtsbasare. Regelmäßig läuft die Schule auf dem Godesberger Martinsumzug mit. Seit dieser zu groß wurde, veranstaltet die Schule sogar ihren eigenen Laternenumzug. Seit 2005 nimmt die Schule am Schweinheimer Karnevalszug teil. Unter jährlich wechselndem Motto: „Buntstift statt Rotstift“, „Bunte Vogelschar“, „Baumschule“ oder „Bücherwürmer“.

Im Schuljahr 1995/96 ist es dann soweit. Die Schule wagt unter der Leitung von Schulleiterin Frau Wiese-Nagel den großen Schritt, ein bis dahin kaum verbreitetes Schulkonzept einzuführen. Im jahrgangsübergreifenden Unterricht werden erstmals sechs Kinder in eine zweite Klasse eingeschult. Ab dem Schuljahr 1998/99 werden alle Klassen mit zwei Jahrgängen geführt. Einige Jahre später wird auf einen jahrgangsübergreifenden Unterricht für alle vier Grundschuljahre umgestellt. Damit ist die Schule Vorreiter in Bonn.

1999 beantragt die „Gemeinschaftsgrundschule an der Rheinallee“ nach einer Projektwoche zum Künstler die Umbenennung in Paul-Klee Schule.

Wenige Jahre vorher war bereits der Förderverein gegründet worden. Mit seiner Unterstützung erhält der Schulhof zahlreiche Aufwertungen wie zum Beispiel die Schlange Lily und verschiedene Kletterelemente. Im Hintergrund steuert der Förderverein Unterrichtsmaterial bei oder finanziert Sonderanschaffungen.

die Paul-Klee-Schule heute

Im Jahr 2007 schließt sich der Kreis: Die evangelische Kirche engagiert sich als Träger der offenen Ganztagsschule (OGS). 75 Kinder werden in die Langzeitbetreuung aufgenommen. Was über lange Jahre von der Elterninitiative „Kleeflitzer” geleistet wurde, wird nun wegen der immer größer werdenden Nachfrage von der Erlöserkirchengemeinde verwaltet und organisiert. Schule reicht jetzt bis in den Nachmittag und deckt auch die Betreuung in Teilen der Ferien ab.

Einst wurde die evangelische Elementarschule Godesberg errichtet, um für die Kinder evangelischer Gemeindemitglieder einen Ort der Vermittlung von Bildung zu gründen. Heute ist die Paul-Klee Schule weit mehr als das. Sie ist ein großes Stück Lebenswelt der Schulkinder und ihrer Familien, die Kinder betreut, fördert, unterstützt und stärkt.

Autorin: Eva Zwach

2012 verstarb Frau Wiese-Nagel in ihrer Amtszeit. Frau Römer wurde neue Schulleiterin. Auch sie besaß wie Frau Wiese-Nagel das Montessori-Diplom und 2019 wagte sie den nächsten Schritt. Nachdem seit 1999 alle 8 Klassen der Paul-Klee-Schule in Jahrgangsmischung unterrichtet wurden, sollte nun das Pädagogische Konzept der Schule in Richtung Montessori-Pädagogik aus- und aufgebaut werden. Im Sommer 2019 kam die erste Klassenlehrerin mit Montessori-Diplom an die Schule. Bereits im November 2019 folgte eine zweite Lehrerin mit Montessori-Diplom. Beide übernahmen eine Klassenführung.

neu eingerichtete Bärenklasse

Im Dezember 2019 erkrankte die Schulleiterin Frau Römer und der Konrektor Herr Urban leitete ab sofort kommissarisch die Schule.

Am 10. Februar kam es wegen einer Sturmwarnung zur Schulschließung. Eltern durften selber entscheiden, ob sie ihre Kinder zur Schule schicken.

Im Frühjahr 2020 beherrschte ein neuer Virus, der Corona-Virus, die Welt. Er löste eine Pandemie aus. Im März 2020 wurden die Schulen geschlossen, um eine Ausbreitung des Virus zu verlangsamen und das Gesundheitswesen vor dem Kollaps zu bewahren. Die Kinder wurden mit Arbeitsheften nach Hause entlassen und die Eltern übernahmen im Homeschooling den Unterricht. Die Klassenlehrerinnen schrieben Mails mit kreativen Aufgaben, um die Eltern zu unterstützen. In der Schule wurden Notfallgruppen eingerichtet, für systemrelevante Eltern, wie zum Beispiel Ärzte, die ihre Kinder nicht selber betreuen konnten. Lehrerkonferenzen wurden nun digital durchgeführt. Die angeordnete Schulschließung ging über die Osterferien hinaus bis zum 4. Mai 2020. Erste digitale Pinnwände wurden angelegt, auf denen die Lehrer*innen Aufgaben hinterlegten, die die Eltern und Kinder Zuhause herunterladen und bearbeiten konnten.

Am 13. Mai 2020 kamen die Grundschüler*innen im rollierenden System zurück an die Schulen. Bis dahin musste jede Schule einen Hygieneplan erstellen und vorgegebene Hygienevorschriften umsetzen. Es gab Abstandsregeln und der Hausmeister klebte Pfeile, um die Laufrichtung im Schulgebäude festzulegen.

Die Kinder mussten einen Abstand von 1,50 m einhalten, sich regelmäßig die Hände waschen und einen Mund-Nasen-Schutz tragen. Selbst auf dem Schulhof sollte dieser Abstand eingehalten werden.

Diese Vorschrift verhinderte jeden Kontakt und jedes Spiel. Arbeitsmaterial durfte nicht genutzt und Arbeitsutensilien nicht ausgeliehen werden.

Am 15. Juni ging die Grundschule wieder in den Regelbetrieb über und unterrichtete die Kinder nach Stundenplan.

Am Ende des Schuljahres erhielten alle Kinder ihre Zeugnisse. Die Viertklässler*innen wurden auf dem Schulhof von ihren Mitschüler*innen, Lehrer*innen und den Betreuern und Betreuerinnen der OGS mit einer kleinen Feier verabschiedet. Eltern durften wegen der Corona-Pandemie nicht dabei sein.

Am 13. August 2020 begann das neue Schuljahr. Die Corona-Pandemie wütete immer noch, so dass die Einschulungsfeier nur mit zwei Familienmitgliedern besucht werden durfte und zwischen den Familien ein Abstand von 1,50 m bestehen musste. Das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes gehörte zum Alltag, auch für die neuen Erstklässler*innen. Nach der Einschulungsfeier wurden die Erstklässler*innen von ihrer neuen Klassenlehrerin und ihren Patinnen und Paten freudig begrüßt und mit in die neue Klasse begleitet.

Während des Unterrichts in der Klasse durfte seit Beginn des Schuljahres wieder mit Material gearbeitet werden. Dieses musste aber nach Gebrauch desinfiziert werden. Der Hygieneplan wurde weiterhin umgesetzt. Zusätzlich mussten die Lehrer*innen Sitzordnungen dokumentieren und Anwesenheitslisten für jede Stunde führen. Die Lehrerkonferenzen fanden im Freien oder mit viel Abstand und offenen Türen und Fenstern in der Aula statt. Auch die ersten Elternabende wurden auf dem Schulhof mit 1,50 m Abstand zwischen den Stühlen durchgeführt.

Der Tag der Offenen Tür für die neuen Anmeldungen durfte nicht als Präsenzveranstaltung stattfinden. Stattdessen drehten Frau Lohde und Herr Urban einen Film, in dem sie die Paul-Klee-Schule vorstellten. Die digitale Kommunikation war mittlerweile selbstverständlich. Leider hatte unsere Schule aber nach wie vor kein belastbares LAN-Netz. Elterngespräche fanden nur telefonisch oder in digitalen Videokonferenzen von Zuhause aus statt.

Im November 2020 wurde eine weitere Kollegin mit Montessori-Diplom zu uns an die Schule versetzt. Auch sie übernahm zum Halbjahr eine Klassenleitung.

Das Schulministerium beschloss zum 14. Dezember die Präsenzpflicht für Grundschüler*innen aufzuheben. Viele Eltern ließen ihre Kinder Zuhause. Die digitalen Pinnwände wurden nun regelmäßig von den Klassenlehrerinnen mit Aufgaben bestückt. Es fanden erste digitale Konferenzen mit den Kindern statt, die Zuhause vor ihren Rechnern saßen. Die Eltern halfen bei der Bedienung des Programmes. Arbeitsergebnisse wurden von den Eltern eingescannt und den Lehrerinnen zugemailt. Am 21. Dezember 2020 begannen für die Schüler*innen die Weihnachtsferien, zwei Tage früher als eigentlich vorgesehen. Die Lehrer*innen nutzten die zwei unterrichtsfreien Tage zum Aufräumen und Herstellen neuer Arbeitsmaterialien.

Die Aufhebung der Präsenzpflicht galt nach den Weihnachtsferien weiter. Wir begannen, die vom Land bereitgestellte Lernplattform Logineo LMS zu nutzen, um den Kindern Unterrichtsaufgaben bereitzustellen, Arbeitsergebnisse einzusehen und Rückmeldungen geben zu können. Es fand ein täglicher Austausch mit den Kindern per digitaler Klassenkonferenz oder Telefonat statt. Die digitalen Klassenkonferenzen führten die Lehrerinnen von ihren privaten Laptops und Computern von zu Hause aus, da vom Land noch keine Dienstcomputer zur Verfügung gestellt worden waren und die Schule über keine stabile LAN-Verbindung verfügte.

Karneval wurde 2021 in digitalen Konferenzen gefeiert. Alle saßen verkleidet vor den Rechnern und es wurden Tänze zu Karnevalsmusik getanzt, gesungen und Witze erzählt.

Erst am 22. Februar begann der Wechselunterricht an den Grundschulen. Durch unsere Jahrgangsmischung war eine pädagogisch sinnvolle Organisation durchzuführen und alle Kinder hatten bei ihrer Klassenlehrerin Unterricht. Abwechselnd kamen das 1./2. Schuljahr und am darauffolgenden Tag das 3./4. Schuljahr der einzelnen Klassen. Am Präsenztag wurde besprochen, was am nächsten Tag Zuhause erarbeitet werden sollte.

Im März 2021 begann die Durchführung von freiwilligen Schnelltests. Montags und freitags kam eine Ärztin in die Schule und die Schulbediensteten (Lehrer*innen, OGS- Mitarbeiter*innen, Sekretärin und Hausmeister) konnten auf freiwilliger Basis einen kostenlosen Schnelltest durchführen lassen.

In der Lehrerkonferenz wurde weiter pädagogisch gearbeitet und am 24. März beschloss das Kollegium einstimmig, dass die Paul-Klee-Schule ab dem Schuljahr 2021/2022 schrittweise zu einer Montessori-Schule umgewandelt werden solle.

Durch Materialspenden und Neuanschaffungen wurden immer mehr Klassen gut mit Montessori-Material ausgestattet. Eine große Spende erhielten wir von der Bodelschwingschule Bonn. Mit Autos holten wir die Kofferraumladungen mit Material ab.

Am letzten Tag der Osterferien, am 08. April 2021, gab Frau Gebauer (FDP Schulministerin) bekannt, dass in der Woche nach den Osterferien die Schulen geschlossen bleiben und Distanzunterricht stattfinden sollte. An Grundschulen fand eine pädagogische Betreuung für die Kinder statt, die nicht Zuhause betreut werden konnten.

Neu war die Vorgabe vom Land, dass sich jedes Kind in der Woche zweimal selber mit einem Selbsttest testen musste, um am Präsenzunterricht teilnehmen zu dürfen. Die Schulen bekamen die Selbsttest geliefert und die Lehrer*innen führten mit den Schülerinnen und Schülern diese Selbsttests durch. Da die Kinder sich nacheinander in einem geschützten Raum testen sollten, dauerte die Prozedur bis zu 1,5 Stunden.

Am 19. April sollten die Grundschulen erneut in den Wechselunterricht starten. Doch wegen der hohen und weiter steigenden Inzidenzzahl in Bonn, hatte die Stadt in Absprache mit dem Schulamt das Land um eine Aussetzung des Wechselunterrichts und einen Verbleib im Distanzunterricht gebeten. Diesem Antrag wurde stattgegeben. Die Bonner Schulen blieben geschlossen und im Distanzunterricht. Die Notbetreuung blieb bestehen.

Die Klassenlehrerinnen führten nun täglich digitale Konferenzen mit den Kindern durch und stellten Arbeitsangebote auf dem digitalen Padlet oder in Logineo LMS bereit. Vor dem Eingang der OGS standen in Kisten Umschläge mit Arbeitsheften oder Arbeitsmaterialien für einige Kinder zur Abholung bereit. Mittlerweile war das Vorgehen eingespielt.

Am 21. April beschloss der Bundestag in Zustimmung des Bundesrates das vierte Gesetz zum Schutz der Bevölkerung bei einer epidemischen Lage von nationaler Tragweite. Dieses Gesetz griff in die politische Entscheidungshoheit der Länder über Schule und Bildung ein und nahm ihnen in der Pandemie die Entscheidungsgewalt über Öffnung und Schließung der Schulen. In diesem Gesetz, der bundeseinheitlichen „Notbremse“, wurde bundesweit festgelegt, unter welchen Bedingungen der Unterricht in Pandemiezeiten durchzuführen sei und wann Schulen geöffnet bzw. geschlossen werden müssten. Dies galt ab dem 23. April 2021. Die derzeitige Durchführung des Schulbetriebs in Bonn entsprach bereits der in diesem Gesetz vorgeschriebenen Bedingungen, so dass es keine sichtbaren Veränderungen im Ablauf gab. Die Elternabende des zweiten Halbjahres wurden digital durchgeführt.

Am 31. Mai lag die Inzidenzzahl in Bonn für den geforderten Zeitraum unter 100, so dass die Schulen für alle Kinder gleichzeitig geöffnet wurden. Es galten weiterhin die Regeln: Maske tragen – auf dem ganzen Schulgelände, im Unterricht und auf dem Schulhof -, regelmäßig lüften und die Hände waschen. Die Abstandsregel galt im Klassenraum nun nicht mehr. Sie hätte sich mit 24 – 26 Kindern auch nicht einhalten lassen. Gefrühstückt wurde nun nicht mehr im Klassenraum, sondern auf dem Schulhof. Die Klassen führten zweimal in der Woche den sogenannten Lollitest (Schnelltest) durch.

Ab Mai 2021 unterstützte eine Schulsozialpädagogin mit Montessori-Diplom unser Arbeiten in der Schule.

Am 1. Juli wurden die Viertklässler*innen in einer kleinen internen Schulfeier auf dem Schulhof verabschiedet.

Das neue Schuljahr begann im Präsenzunterricht. Der Sportunterricht sollte weiter im Freien abgehalten werden und das Schulgebäude durfte von Personen nur mit Anwendung der 3G-Regel (Nachweise über einen negativen Test, die abgeschlossene Impfung oder einen Genesenen-Nachweis) betreten werden. Alle Klassen führten zweimal in der Woche einen Lolli-Klassen-Test durch. War dieser Pooltest positiv, mussten die Eltern am nächsten Morgen ihre Kinder Zuhause mit einem Einzel-PCR-Test nachtesten und das Teströhrchen bis 8:00 Uhr zur Schule bringen.

Die Einschulungsfeier am 19. August 2021 fand wieder auf dem Schulhof unter Umsetzung der Corona-Kontaktvorschriften statt, dem Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes, dem Einhalten der Abstandsregeln und nur mit zwei Gästen der Schulneulinge.

Im August 2021 fingen 3 Kolleginnen den beginnenden Montessori-Diplom-Kurs in Bonn an, um das Montessori-Diplom zu erwerben.

Die ersten Elternabende des neuen Schuljahres wurden in Präsenz auf dem Schulhof oder im Klassenraum mit Einhaltung der Hygienevorschriften durchgeführt.

Ab dem 9. September 2021 wurden die Nachverfolgungsregelungen gelockert. Das Führen von Sitzplänen fiel ab sofort weg. Die Elterngespräche durften nun wieder unter Einhaltung der Hygienevorschriften in Präsenz stattfinden. Viele Kolleginnen führten sie aber aus Vorsicht digital oder telefonisch durch.

Am 29. November 2021 bekam die Schule eine große Montessori-Material-Spende aus Dernau. Im Ahrtal hatte im Sommer ein unfassbares Hochwasser viele Häuser überflutet und teilweise weggeschwemmt. Bei den Aufräumarbeiten hatte man in einer überschwemmten Schule auf dem Dachboden Montessori-Material gefunden und an uns gedacht. Mit einem Wagen, der eindeutig aus dem Flutgebiet kam, wurden uns die Kartons mit Material bis auf den Schulhof gebracht.

Am 16. Dezember 2021 beschloss die Schulkonferenz einheitlich, “…, dass die Paul-Klee-Schule im Sinne der Montessori-Pädagogik arbeitet und als Montessorischule geführt wird. Alle zukünftigen Personal- und Materialentscheidungen sollen – soweit möglich – in diesem Sinne gefällt werden.”

Vor den Weihnachtsferien wurde Frau Petra Römer, die langzeiterkrankt war, frühpensioniert. Die Stelle der Schulleitung wurde am 07. Januar 2022 ausgeschrieben.

Nach den Weihnachtsferien begann eine neue Teststrategie an den Grundschulen, die “Teststrategie 2.0”. Neben den Pooltests mussten die Kinder nun bereits in der Schule am selben Vormittag einen PCR Test durchführen. Der morgendliche Aufwand der Vorbereitung für die Testungen in den Klassen war enorm.

Am 1. Februar 2022 nahm Herr Urban eine Schulleiterstelle in Köln an und verließ die Paul-Klee-Schule. Drei Kolleginnen bildeten ein Schulleitungsteam. Die Schulleiterin der Montessorischule Bonn-Dottendorf, wurde mit einigen Stunden zu uns abgeordnet, um die Schulangelegenheiten weiterzuführen und das Schulleitungsteam administrativ zu unterstützen.

Im Februar begrüßten wir eine neue Kollegin in unserem Kollegium, die sich bewusst für unsere Schule wegen des Montessori-Konzepts entschieden hatte.

Am 17. Februar wurden die Schulen in NRW wegen einer Sturmwarnung geschlossen.

Am Tag darauf wurde das Wasser wegen Reparaturarbeiten an einem Rohrbruch auf dem Schulgelände im gesamten Schulgebäude abgestellt. Der Unterricht wurde zur Freude der Kinder in den Räumen der OGS erteilt.

Stand Februar 2022 (Esther Stein)